Marokko im Frühling 2015

Im Frühling 2015 verbrachte ich (Christian Roesti) vom 16. bis 25. März zehn Tage in Marokko. Ziel der Reise war es, Vögel zu beobachten und zu fotografieren sowie Stimmenaufnahmen zu machen. Marokko bietet neben den wunderbaren Landschaften und den vielen speziellen Vogelarten auch viele kulturelle Highlights und liebe, offene Menschen. Ich begann die Beobachtungen im Hohen Atlas südlich der Hauptstadt Marrakesh. In den Tälern waren die Mandelbäume schon in voller Blüte und in höheren Lagen lag noch viel Schnee. Gebirgsvögel wie die Ohrenlerche waren noch in den Ebenen um den Skiresort Oukaïmeden anzutreffen. Es war jeden Morgen bitter kalt, auch später bei Boumalne Dades (Tagdilt Track) und in den Wüstengebieten um Merzouga. Afrika ist halt nicht überall Wärme und Sonne und ich war froh, hatte ich meinen warmen Daunenschlafsack dabei. Ich übernachtete im Mietauto vor Ort oder in Hotels. Bei der Skiliftstation in Oukaïmeden versammelten sich Rotflügelgimpel und Steinsperlinge in grosser Zahl. Auf dem Weg von Oukaïmeden in den Süden fand ich einen super Ort für den Diademrotschwanz. Die Männchen waren gerade dabei, ihre Brutterritorien zu etablieren und sangen aus voller Kehle. Stimmenaufnahmen finden sich etwas weiter unten in der Stimmengalerie.

Landschaften und ihre Vögel

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Im grossen Wadi "Asif Tifnout" bei Iguidar hörte ich erstaunlicherweise rund fünf singende Männchen des Pharaonen-Ziegenmelkers (Caprimulgus aegyptius). Ich konnte die Tiere aber nur in der Dunkelheit schemenhaft herumfliegen sehen. Tagsüber konnte ich in den angrenzenden Feldern Stummellerche, Wüstensteinschmätzer und Theklalerche beobachten. In den verbuschten Trockentälern waren viele Zugvögel auf Nahrungssuche, wie etwa Berglaubsänger und Iberien-Weissbartgrasmücke. Eines der grossen Ziele war es, den Berbersteinschmätzer (Oenanthe halophila) zu finden. Dies gelang mir dank der Hilfe von Adrian Jordi auf Anhieb. Auf der ganzen Reise konnte ich den seltenen und versteckt lebenden Vogel nur gerade an zwei Stellen beobachten. Er kann in seinem Lebensraum für Stunden verschwinden und ist dann urplötzlich wieder da, als wäre er immer hier gewesen. Die Paare der Wüstengimpel, die sich von den Samen von verschiedenen Pflanzen ernähren, waren für mich ein besonderes Erlebnis. Sie waren nicht scheu und gut zu fotografieren. Der Tagdilt Track in der Nähe von Boumalne Dades war für mich, trotz der Schönheit und den speziellen Arten, und wohl wegen den hohen Erwartungen, eine kleinere Enttäuschung. Obwohl ich nach drei Tagen beobachten alle gewünschten Vögel gefunden hatte, war die Dichte doch sehr enttäuschend. Dies wurde mir auch von Dave Gosney bestätigt, der hier noch nie so wenig Vögel sah wie in diesem Jahr.  Die Knackerlerche (Ramphocoris clotbey) als einer der seltensten Vogelarten in der Westpaläarktis war dennoch ganz schön. Ganz speziell gefiel mir die Umgebung von Merzouga. Mit der Hilfe eines einheimischen Führers (Lahcen) gelangen uns viele schöne Beobachtungen von Rennvogel, Tropfenflughuhn und des Pharaonen-Ziegenmelkers. Den Pharaonen-Ziegenmelker fanden wir nur mit der Hilfe eines einheimischen Beduinen. Er kennt den ungefähren Standort der Vögel in der Nähe seines Wohnorts und weiss ganz genau, wie man diese Vögel auch am Tag findet. Dank dieser Vogelart und dem damit generierten Trinkgeld von Ornithologengruppen konnte sich der Beduine ein Motorrad kaufen und fährt nun regelmässig in die Stadt, um Einkäufe zu machen. In den temporären See bei den grossen Sanddünen (Erg Chebbi) um Merzouga hatte es einige Limikolen wie Grünschenkel und auch Rostgänse.

Auf dem Rückweg nach Marrakesh wurde ich durch ein "Unwetter" überrascht. Wegen grossen Schneefalls auf dem Pass "Tizi N'Tichka" war die Strasse zwischen Ouarzazate und Marrakesh gesperrt. Statt einer rund 2,5 stündigen Passfahrt musste ich einen Umweg von rund 800 km und 10 Stunden fahren. Glücklicherweise hatte ich den Nachmittag in Marrakesh eingeplant und konnte so die geplante Zeit für die Fahrt brauchen. Am nächsten Morgen war ich jedenfalls pünktlich im Flugzeug. Die Reise wird mir in allen Belangen in sehr guter Erinnerung bleiben. Die Menschen sind wunderbar, das Essen (zum Beispiel Tajine) gut und die Landschaften umwerfend schön. Die kalten, eingefrorenen Finger wurden fast immer durch die Morgensonne wieder erwärmt. Ein Frühstück mit marokkanischem Brot, "la vache qui rit"-Käse und einem Coca-Cola in den Lebensräumen der Wüstenvögel ist immer ein Highlight. Schlussendlich waren 10 Tage deutlich zu wenig, um auch noch alle seltenen Arten wie Wüstensperling und Saharagrasmücke zu beobachten. Es fehlte mir schlicht die Zeit. Unter den Heuschrecken waren die beiden Arten Amigus nigroadspersus (Pamphagidae) und Eugaster cf. guyoni (Tettigoniidae) die Highlights.

Im März 2017 findet eine Reise mit Liberty-Bird nach Marokko mit mir als Reiseleiter statt.

 

Vogelstimmen aus Marokko:

Gesangsbeispiel eines Männchens des Pharaonen-Ziegenmelkers (Caprimulgus aegypticus) in der Nacht - Asif Tifnout bei Iguidar, 18.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens der Steinlerche (Ammomanes deserti). Der Gesang ist demjenigen im Nahen Osten unähnlich - Tazenakht, 20.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens der Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla). Beim Aufstieg zum Singflug werden andere, kürzere Laute erzeugt - Tazenakht, 20.03.2015

Fluggesang eines Männchens der Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla) - Tazenakht, 20.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens der Zippammer (Emberiza cia) - Tajgalte, 18.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens der Saharaohrenlerche (Eremophila bilopha) - Boumalne Dades, Tagdilt Track, 21.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens des Mittelmeer-Steinschmätzers (Oenanthe hispanica). Die Aufnahme wurde am Morgen mehrere Stunden nach Sonnenaufgang gemacht. Es ist höchstwahrscheinlich nicht der Vollgesang - Tazenakht, 20.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens des Trauersteinschmätzers (Oenanthe leucura) - Ouirgane, 18.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens des Diademrotschwanzes (Phoenicurus moussieri). Der Gesang erinnert sehr stark an denjenigen der Heckenbraunelle - Tajgalte, 18.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens des Diademrotschwanzes (Phoenicurus moussieri) - Oukaïmeden, 17.03.2015

Gesangsbeispiel eines Männchens der Orpheusgrasmücke (Sylvia hortensis) - Tajgalte, 18.03.2015

Belegaufnahme eines singenden Männchens des Senegaltschagras (Tchagra senegala) - Tajgalte, 18.03.20