Rhodos 2013

Langfühlerschrecken (Ensifera)

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Mitte Mai (19.-24.05.2013) verbrachte ich nach Nordgriechenland und Bulgarien eine knappe Woche auf Rhodos. Rhodos war eines der drei Teilziele auf der Griechenlandreise im Frühling 2013. Ziel des Besuchs auf Rhodos war sicherlich die Beobachtung der beiden Poecilimon-Arten Poecilimon hamatus und Poecilimon sanctipauli. Wenn man sich die Wettersituation im Mitteleuropa in Erinnerung ruft (Regen, Regen, Regen) könnte man meinen, dass auch auf Rhodos noch alle Arten als Larven anzutreffen waren. Dem war aber glücklicherweise nicht so. An den klimatisch begünstigten Orten, wie zum Beispiel den Trockenhängen auf Meereshöhe bei Lardos, waren viele Individuen von Arten wie Tylopsis lilifolia, Acrometopa syriaca, Decticus albifrons, Eupholidoptera smyrnensis, Saga rhodiensis, Platycleis escalerai und Anadrymadusa ornatipennis schon ausgewachsen und am Singen. In der Literatur liest man immer wieder, dass auf Rhodos eine kurzflüglige Unterart von Platycleis intermedia vorkommt. Sie wird Platycleis intermedia microniseos genannt. Ich fand nirgends auf Rhodos Platycleis i. intermedia oder microniseos aber eine Platycleis-Art, deren Hinterleibsmerkmale sehr gut auf Playtcleis intermedia intermedia passen. Der Gesang gleicht aber sehr stark demjenigen von Platycleis albopunctata. Diese Art auf Rhodos braucht sicherlich eine neue Namenskombination (evtl. Platycleis microniseos). Interessant ist die unterschiedliche Flügellänge dieser neuen Playtcleis-Art. Im Westen der Insel sind die Flügel stark reduziert, während sie im Osten deutlich über den Hinterleib hinausragen. Die Distanz zwischen diesen Populationen ist enorm klein (ca. 20 km!). Der Gesang der beiden Typen ist aber identisch.

Kurzfühlerschrecken (Caelifera)

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Die Kurzfühlerschrecken waren erwartungsgemäss noch nicht alle ausgewachsen. Besonders gefreut haben mich die Beobachtungen von Ochrilidia pruinosa und Heteracris littoralis, die an feuchten Stellen gemeinsam mit Uvarovitettix depressus, Paratettix meridionalis und Acrotylus patruelis auftraten.

Verschiedenes

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Rhodos ist nicht nur wegen den Heuschrecken eine sehr schöne Insel und allemal einen Besuch wert. Ende Mai bis Mitte Juni kann ich jedem Tierliebhaber und jeder Tierliebhaberin die Insel auch für Familienferien empfehlen. Die Temperaturen sind noch angenehm (im Vergleich mit Juli und August), man kann sich in einem der vielen Hotelkomplexe von der Arbeit ausruhen und mit einem Mietauto die Umgebung erkunden. Da die Insel nicht gross ist, erreicht man in einem Tagesausflug die gewünschten Ziele locker. Weg von den Stränden mit den vielen Badetouristen ist man oft ganz alleine und kann in Ruhe beobachten und fotografieren. In den kleinen Bergdörfchen sind die Einheimischen sehr freundlich und servieren zudem köstliche Souflaki. Da es auf Rhodos keine Feinde für Schafe und Ziegen gibt, hat es auch fast keine Hirtenhunde, was sich beruhigend auf mich auswirkte.

Besonders gefallen haben mir die Umgebung von Lardos und der Berg Ataviros. Lardos hat mir sehr gut gefallen, weil dort die Heuschrecken schon ausgewachsen waren und die Landschaft ist wunderschön. Nach der Dämmerung begannen die nachtaktiven Heuschrecken zu Singen und an einem Tag habe ich erst wieder um 04:00 auf die Uhr geschaut, so sehr war ich mit Fotografieren beschäftigt.

Der Berg Ataviros ist mit ca. 1200 m die höchste Erhebung auf Rhodos. Auf den Berg führt zuerst eine Asphaltstrasse und später ein Feldweg, dann wieder eine Asphaltstrasse. Als ich oben ankam, beglückte mich ein Massenauftreten von Poecilimon hamatus. Die Strasse war bis auf den Gipfel übersät mit Tieren und auf den Disteln und Zwergsträuchern waren zum Teil bis zu 50 Tiere auf einem einzigen Busch. Die Landschaft ist Atemberaubend schön. Hier brüten Grauortolan, Brachpieper, Schwarzkehlchen und Steinschmätzer. Immer wieder sah ich auch Eleonorenfalken, allerdings nicht so viele, wie an der Küste bei Apolakkia. Auf Rhodos lebt auch ein grosser Bestand von Chukarhühnern.

Ein lokaler Jäger lud mich spontan in seinem Restaurant zum Kaffee ein. Er erzählte mir, dass der Bestand des Chukarhuhns jährlich mit mehreren Tausend Zuchttieren aus der Stadt Rhodos aufgestockt wird. Der Jäger kannte die Vögel sehr gut und erzählte mir auch, dass er in einem Jahr 298 Waldschnepfen geschossen habe. Leider habe es jetzt nicht mehr so viele, er möchte gerne den Grund dafür wissen:-). Nebenbei erwähnte er, dass es auf Rhodos immer wieder zu einem Massenautreten von afrikanischen Heuschrecken komme, die die Olivenbäume kahl fresse. Als ich ihn fragte, ob er mir eine solche afrikanische Heuschrecke zeigen könne, meinte er, dies sei kein Problem. Er entfernte sich und kam nach kurzer Zeit mit einem Peocilimon hamatus zurück. Ich erklärte ihm, dass dies eine flugunfähige Heuschrecke sei und es unmöglich ist, dass sie von Afrika nach Rhodos komme und dass ich genau wegen dieser Heuschrecke auf Rhodos bin. Er schien zu verstehen und ich war wieder einmal glücklich ob dem Erlebten. Es ist schon unglaublich, was man beim Reisen immer wieder erlebt.

Dass ich in der kurzen Zeit so viele und spezielle Arten gefunden habe, verdanke ich nicht zuletzt den guten Hinweisen von Roy Kleukers und Luc Willemse. Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle.

Stimmen

Gesang von Acrometopa syriaca. Der Schlussvers ist so laut, dass er aus guter Aufnahmedistanz immer übersteuert - GR, Rhodos, Lardos, 22.05.2013

 

Gesang von Anadrymadusa ornatipennis - GR, Rhodos, Lardos, 22.05.2013

 

Gesang von Eupholidoptera smyrnensis - GR, Rhodos, Lardos, 22.05.2013

 

Gesang von Modicogryllus bordigalensis - GR, Rhodos, Agios Isidoros, 22.05.2013

 

Gesang von Platycleis microniseos - GR, Rhodos, Kattavia, 22.05.2013