Tag 1: Donnerstag!
Fahrt mit dem Kleinbus von Bern ins Berner Oberland ins Lütschental. Das genaue Reiseprogramm passen wir den Wetterbedingungen an. Wir halten uns bei Hintisberg zwischen Zweilütschinen und Grindelwald auf. Hier machen wir verschiedene Beobachtungshalte in Bereichen mit einer hohen Tagfalterdiversität. Zielarten sind: Roter Apollo (Parnassius apollo), Schwarzfleckiger Ameisen-Bläuling (Phenagris arion), verschiedene Arten von Schecken- und Perlmutterfaltern und Bläulingen, darunter der Storchschnabel-Bläuling (Eumedonia eumedon). Vielleicht fliegt schon der erste Milchfleck (Erebia ligea) und der Doppelaugen-Mohrenfalter (Erebia oeme), eine typischen Alpenart, ist häufig. Etwas weiter oben können wir das seltene Platterbsen-Widderchen (Zygaena osterodensis), der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne) und der Rote Apollo (Parnassius apollo) beobachten. In einer wunderschönen Trockenwiese, einer der besten Standorte für Tagfalter im Berner Oberland hat es viele verschiedene Scheckenfalterarten wie der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia), der Baldrian-Scheckenfalter (M. diamina), der Westliche Scheckenfalter (M. parthenoides) und der Südwestliche Wachtelweizen-Scheckenfalter (M. celadussa). Es hat verschiedene Bläulinge wie der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus), Rotklee-Bläuling (Cyaniris semiargus), der Grosse Sonnenröschen-Bläuling (Aricia artaxerxes), der Schwarzfleckige Ameisen-Bläuling (Phenagris arion), der Weissdolch-Bläuling (Polyommatus damon) und der Wundklee-Bläuling (Polyommatus dorylas). Beim obersten Standort ist eine der möglichen Zielarten der Sudeten-Mohrenfalter (Erebia sudetica), der in der Schweiz nur hier vorkommt. Allerdings sind wir etwas früh im Jahr, die ersten Falter fliegen normalerweise Beginn Juli! Hier gibt es auch den Mattfleckigen Weissling (Euchloe simplonia). Hier fliegt der Alpen-Gelbling (Colias phicomone), der Rote Apollo (Parnassius apollo) und der Randaugen-Mohrenfalter (Erebia meolans). Es hat verschiedene Dickkopffalter wie zum Beispiel der Gelbwürfelige Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon). Am Abend fahren wir durch den Lötschberg nach Leuk.
Tag 2 - Tag 4: Freitag bis Sonntag
Die drei Tage Freitag bis Sonntag verbringen wir im Wallis, dem für Tagfalter besten Gebiet der Schweiz. In einer Nacht möchten wir länger aufbleiben und Lampen aufstellen, um Nachtfalter zu sehen. Dafür schlafen wir am darauffolgenden Tag etwas länger. An einem Tag möchten wir, wenn es das Wetter zulässt, in Richtung Sanetschpass fahren; an einem anderen Tag in Richtung Simplon oder Val d'Hérens, an einem ins Val d' Anniviers; wir passen das Programm den Wünschen der Teilnehmenden, dem Wetter und der Phänologie an. Die Zielarten im Wallis sind die Ende Juni fliegenden Tagfalter. Eine ist der grösste mitteleuropäische Bläuling, der Blasenstrauch-Bläuling (Iolana iolas). Hier fliegt auch das Weisskernauge (Satyrus ferula) und die Rostbinde (Hipparchia semele). Wir sind im Lebensraum des Ziegenmelkers und auch der Rote Scheckenfalter (Melitaea didyma) und der Flockenblumen-Scheckenfalter (M. phoebe) und mit etwas Glück finden wir sogar eine Seltenheit wie der Zahnflügel-Bläuling (Polyommatus daphnis). Der Spanische Bläuling (Kretania trappi) fliegt nur in einem begrenzten Gebiet in der Felsensteppe. Auch der Escher-Bläuling (Polyommatus escheri) ist eine Zielart.
In Seitentälern versuchen wir, eine schöne Palette typischer Walliser Tagfalter zu beobachten: Escher-Bläuling (Polyommatus escheri), Zahnflügel-Bläuling (Polyommatus daphnis), Prächtiger Bläuling (Polyommatus amandus) und Wundklee-Bläuling (Polyommatus dorylas). Kleiner Waldportier (Hipparchia geneva) und Rostbinde (Hipparchia semele) sind möglich. Hier wird manchmal der Grosse Eisvogel (Limenitis populi) gesehen, eine seltene und schwer zu beobachtende Art und auch der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) ist möglich. Bevor wir uns wieder in Richtung Bern bewegen, machen wir einen möglichen Halt am Rhoneknie, je nach Bedingungen bei Mazembroz, Fully oder Les Follatères. Hier ist die mögliche Zielart der Kardinal (Argynnis pandora), der seit kürzerem hier regelmässig auftritt. Weitere Zielarten sind der Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini) und der Blaue Eichenzipfelfalter (Favonius quercus).
Wichtige Bemerkung zur Beschreibung: Wir werden vermutlich oder sehr wahrscheinlich nicht alle hier aufgezählten Arten sehen aber sicher eine schöne Palette an Tagfaltern beobachten, fotografieren und bestaunen. Als i-Tüpfchen wäre die Sichtung eines Schmetterlingshafts (Libelloides sp.), ein Netzflügler zu werten.
WICHTIGER HINWEIS
Je nach Wetterbedingungen sind die stark vom Wetter abhängigen Tagfalter weniger aktiv. Bei regnerischen Wetter werden wir mit Sicherheit weniger Tagfalter sehen als erwartet. Deshalb ist es auf dieser Reise wichtig, dass die Teilnehmenden spontan sind und sich auch für andere Artengruppen interessieren und nicht nur auf die Tagfalter fixiert sind. Je nach Jahresverlauf sind Ende Juni bereits viele Sommerarten am fliegen. Bei nasskaltem Frühjahr ist es jedoch möglich, das sie erst später adult werden. Wir werden aber auf jeden Fall viele tolle Sichtungen machen, unabhängig des Wetters und des Jahresverlaufs.