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Prionotropis hystrix
DE:
Gesägte Steinschrecke
EN:
Eastern Stone Grasshopper
European Giant Steppe Grasshopper
Prionotropis sontiaca Uvarov, 1923
Morphologie
Prionotropis hystrix ist eine imposante Erscheinung und im Feld anhand der Grösse sofort als Steinschrecke erkennbar. Die Aussenseiten der Hinterschenkel haben kein Fischgrätenmuster wie bei den Grashüpfern, sondern ein Muster aus schuppenartigen, ovalen, kleineren Erhöhungen. Beide Geschlechter sind in der Grundfarbe variabel, die Männchen sind aber meist eher gelblich-ocker mit brauner Zeichnung, die Weibchen können auch fast einfarbig grau oder hellgrau sein, aber auch sehr dunkel. Die Hinterleibssegmente sind in der Mitte oben in einen spitzen Dorn verlängert, die Hinterschenkel zeigen ebenfalls dornartige Fortsätze. Die Gehöröffnung ist vorhanden und liegt bei Weibchen frei unter dem Flügelende, beim Männchen kann sie deutlich durch die Vorderflügel verdeckt sein. Die männliche Subgenitalplatte ist kegelförmig. Der Hinterkopf ist bei beiden Geschlechtern orange, wegen der Kopfhaltung aber nicht immer sichtbar.
Grössenangaben
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♂ 30-35 mm
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♀ 40-55 mm
Gesang
Es wird angenommen, dass paarungsbereite Weibchen mit den Vorderflügeln raschelnde Geräusche erzeugen. Wir konnten im Lebensraum in unmittelbarer Nähe von Steinschrecken oftmals solche Geräusche hören und später an der Stelle ein Weibchen finden, wir konnten aber nie ein Individuum beim Singen selbst beobachten.
Verbreitung
Prionotropis hystrix lebt im nördlichen Balkan entlang der dalmatinischen Küste. Sie kommt in kalkigen Steppen von Nordostitalien (Triest) über Slowenien, Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina bis an die Nordgrenze von Montenegro vor. Die nördlichsten Vorkommen liegen in den Karstgebieten von Triest und Slowenien. Die nächst verwandte Art, Prionotropis azami, lebt in Südfrankreich. Fast ganz Italien wird nicht besiedelt und trennt die beiden Taxa. Die Crau-Steinschrecke Prionotropis rhodanica kommt nur in der südfranzösischen Crau vor. Auf der Balkanhalbinsel weiter südlich, ab Albanien und in Griechenland, kommt mit Prionotropis willemsorum eine weitere Art der Gattung vor; die Verbreitungsgebiete der Arten überlappen sich nicht.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Prionotropis hystrix ist eine eher frühe Art und kann ab Ende Mai bis Juli ausgewachsen angetroffen werden. Die meisten Imagines findet man im Juni und Juli, in höheren Lagen findet man bis in den September noch alte Tiere. Die Tiere halten sich gerne am Boden auf, klettern aber bei hohen Temperaturen auch auf Büsche wie die dornigen Wacholder, die in ihrem Lebensraum oft vorkommen. Die Weibchen klettern sogar während der Paarung auf die stacheligen Büsche, was für eine so plumpe Heuschrecke erstaunt. Die Tiere können zwar springen, es ist aber eher ein saltoartiger, plumper Rückwärtssprung. Die Art ist sehr gut getarnt, ist aber wesentlich einfacher zu finden als um Beispeil Saga pedo, weil sich die Tiere tagsüber mehr bewegen und auch auf offenen Stellen angetroffen werden können.
Lebensraum
Prionotropis hystrix lebt in kalkigen Steppen mit viel offenem Boden, in den typischen, wunderschönen und artenreichen dalmatinischen Lebensräumen, etwa zusammen mit Saga pedo, Platycleis stricta, Arcyptera microptera, Dociostaurus maroccanus, Stenobothrus fischeri und Omocestus petraeus. Eine gewisse Verbuschung und der Bewuchs mit Gräsern wird toleriert.
Gefährdung & Schutz
Prionotropis hystrix wird von der IUCN als Vulnerable (VU) eingestuft. Der optimale Lebensraum ist entlang der dalmatinischen Küste weit verbreitet und nicht gefährdet. Die Art kommt auch in Bergregionen vor, die kaum besiedelt sind. Die oftmals starke Beweidung der Bergwiesen könnte einen Effekt auf die Populationen haben. Durch die geringe Ausbreitungsfähigkeit können die Tiere kaum neue Lebensräume kolonisieren.
Rote Listen
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CH:Abwesend
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DE:Abwesend
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AT:Abwesend
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Europa:VU (Verletzlich)
Ähnliche Arten
Im selben Verbreitungsgebiet kommt keine ähnliche Heuschreckenart vor. Aufgrund der imposanten Grösse, dem plumpen Habitus, der verkürzten Flügel und der dornartigen Fortsätze auf den Hinterleibssegmenten sowie der charakteristischen Aussenseite der Hinterschenkel ist diese Art gut charakterisiert. Die grösste Verwechslungsgefahr besteht bei Larven, die mit Ödlandschrecken wie Oedaleus decorus oder Oedipoda caerulescens verwechselt werden können. Wer die Tiere ein erstes Mal gesehen hat, wird sie nie mehr mit anderen Arten verwechseln.





















