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Pseudopodisma transilvanica

Galvagni & Fontana, 1993

DE:

Transsylvanische Gebirgsschrecke

EN:

Transylvanian Mountain Grasshopper

Morphologie

Pseudopodisma transilvanica gleicht sehr stark Pseudopodisma fieberi. Die eindeutigen Unterschiede liegen in den männlichen Genitalien. Der Penis ist bei Pseudopodisma transilvanica fast doppelt so lang wie bei Pseudopodisma fieberi und in sich fast dreimal so lang wie breit. Der Penis ist bei Pseudopodisma transilvanica deutlich schlanker und leicht kopfwärts gebogen. Dies resultiert in einem hohen Penishäutchen, das man von der Seite betrachtet sehen kann. Die Vorderflügel erreichen ungefähr das zweite Hinterleibssegment. Sie sind vielleicht etwas kürzer und stärker verschmälert als bei Pseudopodisma fieberi. Sie lassen das Gehörorgan bei gewissen Individuen frei, bei Pseudopodisma fieberi liegt es meist unter den Vorderflügeln verdeckt. Die kurzen und schmalen Flügelschuppen sind rosarötlich bis bräunlich und am Unterrand dunkel gesäumt. Die Beine sind orangebraun, und besonders die Hinterbeine werden gegen die schwarzen Knie hin rötlich. Das Fischgrätmuster und gewisse Teile der vorderen Beinpaare haben eine auffällig grünliche Färbung. Die Hinterleibsspitze ist bei beiden Geschlechtern grün bis gelblich und weist keine Rotfärbung auf. Die weibliche Legeröhre ist im Gegensatz zu derjenigen von Odontopodisma nicht schmal verlängert, sondern breit und kräftig. Die braunen bis weisslich-grünen männlichen Cerci sind an der Spitze löffelartig erweitert.

Grössenangaben
  • ♂ 17-23 mm
  • ♀ 23-30 mm

Gesang

Wie bei allen anderen Gebirgsschrecken fehlen Pseudopodisma transilvanica die Stridulationsorgane. Inwiefern die Tiere mit den Mundwerkzeugen sogenannte Mandibelgeräusche erzeugen können, ist nicht bekannt. Es ist aber anzunehmen, dass Pseudopodisma transilvanica mit solche Geräusche kommuniziert.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Pseudopodisma transilvanica umfasst fast ausschliesslich die rumänischen Karpaten, einschliesslich der Westkarpaten (Apuseni-Gebirge). Pseudopodisma transilvanica gilt für die Slowakei als bestätigt; dies ist biogeografisch ein sehr interessanter Ort, total isoliert und in der Nähe der nächstähnlichen Art Pseudopodisma nagyi, die in Ungarn und der Slowakei weit verbreitet ist. Laut IUCN reichen die rumänischen Vorkommen von Pseudopodisma transilvanica nordwärts bis knapp in die ukrainischen Karpaten; die Art ist dort aber vermutlich auch übersehen und weiter verbreitet. In der Slowakei mit angrenzendem Südosttschechien und Nordungarn, mit Bükk- und Zemplén-Gebirge, kommt mit Pseudopodisma nagyi eine weitere Art der Gattung vor. Sie ist äusserlich kaum von den beiden anderen Pseudopodisma-Arten zu unterscheiden. In Tschechien ist Pseudopodisma nagyi die einzige Art, die aber Österreich knapp nicht erreicht.

This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.

Phänologie & Lebensweise

Ausgewachsene Tiere findet man von Anfang Juli bis in den Oktober. Die Tiere halten sich in ihrem Lebensraum vor allem in der Krautschicht auf. Ansonsten ist über diese Art wenig bekannt.

Lebensraum

Pseudopodisma transilvanica besiedelt bevorzugt leicht verbrachende, krautige, extensive Wiesen und Weiden sowie Saumstrukturen. Neben dichten Bereichen in der Grasnarbe ist der Lebensraum oft mit Stauden und einzelnen Büschen durchsetzt. In den Karpaten werden üppige, extensiv bewirtschaftete Mähwiesen besiedelt. Sie lebt oft zusammen mit Pholidoptera frivaldszkyi.

Gefährdung & Schutz

Pseudopodisma transilvanica wird von der IUCN als Least Concern (LC) eingestuft. Die fortschreitende Intensivierung in den oft noch extensiv bewirtschafteten Karpaten wird vielen Populationen schaden.

Rote Listen
  • CH:
    Abwesend
  • DE:
    Abwesend
  • AT:
    Abwesend
  • Europa:
    LC (Nicht gefährdet)

Ähnliche Arten

Pseudopodisma transilvanica kann mit den beiden anderen Arten der Gattung verwechselt werden. Im Unterschied zu den Odontopodisma-Arten sind die Cerci der Männchen der Pseudopodisma-Arten leicht löffelförmig erweitert. Bei den Odontopodisma-Arten sind sie klein und kegelförmig. Zudem ist die Hinterleibsspitze mehr oder weniger rot gefärbt. Im Habitus sind die Miramella-Arten ebenfalls ähnlich. In der Slowakei kann Pseudopodisma transilvanica mit Miramella ebneri verwechselt werden. Diese hat jedoch eine ausgeprägte Schwarzzeichnung, und rote Farbtöne sind auf die Unterseiten der Hinterschenkel beschränkt. Podisma pedestris ist grösser, und die Grundfarben sind gelb, orangebraun bis gräulich; Grün kommt nicht vor. In Nordostungarn (Mátra-, Bükk- und Zempléngebirge), der Slowakei und Südosttschechien kommt mit Pseudopodisma nagyi eine weitere sehr ähnliche Art der Gattung vor. Sie unterscheidet sich vor allem anhand der Genitalien. Bei Pseudopodisma nagyi ist der Penis kürzer als bei Pseudopodisma transilvanica und in sich nur doppelt so lang wie breit. Wir haben diese Art noch nicht dokumentiert und kennen die Unterschiede noch nicht. Wir vermuten, dass die exakte Verbreitung und exakte Artabgrenzung der drei Arten noch nicht abschliessend geklärt sind, da sich die Arten nur anhand der männlichen Genitalien unterscheiden.

Pseudopodisma fieberi

Micropodisma salamandra

Odontopodisma rubripes

Miramella ebneri

Odontopodisma decipiens

Podisma pedestris