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Barbitistes yersini

Brunner von Wattenwyl, 1878

DE:

Graugrüne Säbelschrecke

EN:

Balkan Saw Bush-cricket

Morphologie

Barbitistes yersini ist in Europa die grösste Art der Gattung Barbitistes. Die Grundfärbung ist ein gräuliches, mattes Grün mit unterschiedlich stark ausgeprägter dunkler Punktierung. Nicht selten kommen auch sehr dunkle Individuen vor, wobei die Oberfläche nie so stark glänzend ist wie bei Barbitistes ocskayi. Fühler, Kopf, mindestens die Knie der Beine, Flügel und Cerci sind blass bis intensiv rot gefärbt. Der gelbliche Hinteraugenstreif fehlt manchmal, ist jedoch am Halsschild-Seitenrand stets präsent, setzt sich auf den Flügelseiten fort und verläuft manchmal als Längsbinde über den Hinterleib bis zur Basis der Cerci. Der Halsschild ist leicht sattelförmig gewölbt; die Flügelschuppen sind bei beiden Geschlechtern sowohl auf der Aussenseite als auch innen gelblich gefärbt. Die Cerci sind S-förmig geschwungen und enden kontinuierlich verschmälert in eine stumpfe Spitze mit feinem Zähnchen. Die einheitlich gelblich gefärbte Subgenitalplatte des Männchens besitzt einen Mittelkiel, jedoch keinen vorspringenden Fortsatz – im Unterschied zu Barbitistes ocskayi und Barbitistes fischeri. Die Legeröhre des Weibchens entspricht der Gattungstyp: auf der Unterseite verläuft sie gerade, ist am Ende nach oben gebogen und gesägt.

Grössenangaben
  • ♂ 20-27 mm
  • ♀ 18-29 mm
  • Ovipositor 11-14 mm

Gesang

Der Gesang von Barbitistes yersini ist zwar leise, aber dennoch gut hörbar. Die Verse bestehen aus Gruppierungen von Einzelsilben, die sich wie ein “brrrt-brrrt-brrrt” anhören.

Video: Wolfgang Forstmeier

Verbreitung

Nördlich reicht das Verbreitungsgebiet von Barbitistes yersini bis in den Raum Triest in Nordostitalien. Entlang der Adriaküste kommt die Art bis nach Montenegro und Serbien im Süden vor. Aus den italienischen Abruzzen ist ein isoliertes Vorkommen von Barbitistes yersini bekannt. Die Höhenverbreitung reicht von Meereshöhe bis über 1000 m ü. M.

This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.

Phänologie & Lebensweise

Adulte Tiere von Barbitistes yersini treten von Anfang Mai bis Ende Juli auf; vereinzelte Funde können auch noch bis in den August oder September erfolgen. Bei günstigen Bedingungen kann Barbitistes yersini lokal sehr individuenstarke Vorkommen bilden – erreicht dabei jedoch nicht die hohe Individuendichte, die oft bei der syntop vorkommenden Barbitistes ocskayi beobachtet wird.

Lebensraum

Barbitistes yersini kommt sowohl in trockenen als auch in wechselfeuchten Lebensräumen vor. Besiedelt wird hauptsächlich die Strauchschicht – so findet man die Art in verbuschenden Wiesen und Weiden, in lichten Wäldern, an Waldrändern sowie auf Waldlichtungen.

Gefährdung & Schutz

Als häufige Art mit geringer Habitatbindung ist Barbitistes yersini in Europa nicht gefährdet.

Rote Listen
  • CH:
    Abwesend
  • DE:
    Abwesend
  • AT:
    Abwesend
  • Europa:
    LC (Nicht gefährdet)

Ähnliche Arten

Häufig kommen Barbitistes yersini und Barbitistes ocskayi gemeinsam vor. Besonders die Weibchen sind sich sehr ähnlich. Barbitistes ocskayi ist häufig sehr dunkel gefärbt, und ihre Oberfläche ist auffallend glänzend. Der Halsschild ist kürzer und deutlich sattelförmig, wodurch er zwischen Kopf und Hinterleib wie eingeschnürt erscheint. Die Subgenitalplatte der Männchen ist in der oberen Hälfte dunkel bis schwarz gefärbt und trägt einen nasenförmigen Fortsatz. Die anderen Barbitistes-Arten sind ebenfalls ähnlich, lassen sich jedoch anhand der Form der männlichen Cerci sowie des fehlenden hellen Flecks auf der Flügelinnenseite unterscheiden. Barbitistes fischeri kann aufgrund ihrer südwestlichen Verbreitung ausgeschlossen werden. Ähnlichkeiten bestehen z. B. zu den grossen Poecilimon-Arten der Poecilimon ornatus-Gruppe: Deren Cerci sind hell gefärbt, nicht S-förmig geschwungen, sondern meist hinter der Mitte fast winklig nach innen gebogen.

Barbitistes ocskayi

Barbitistes obtusus

Barbitistes serricauda

Poecilimon ornatus