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Rhacocleis germanica
DE:
Mittelmeer-Strauchschrecke
EN:
Mediterranean Bush-Cricket
FR:
La Sauterelle méridionale
Rhacocleis discrepans Fieber, 1853 | Rhacocleis hauckei Ramme, 1913 | Pterolepis modesta Fischer, 1853 | Thamnotrizon pallidus Brunner von Wattenwyl, 1861 | Decticus vittatus Fischer, 1853
Morphologie
Die Grundfärbung von Rhacocleis germanica ist ein marmoriertes, helles Braun. Bei den Männchen und manchen Weibchen verläuft von den Fühlerbasen über die Halsschild-Seitenlappen bis zum Hinterleibsende eine leicht dunklere Binde. Am Hinterrand der Halsschild-Seitenlappen befindet sich ein heller Fleck, der oft dunkel gesäumt ist; dieser verläuft am Halsschild-Unterrand unterschiedlich weit nach vorne. Der Saum ist weniger deutlich abgesetzt als z. B. bei Antaxius pedestris oder Pachytrachis striolatus. Die glasigen Flügel ragen beim Männchen um weniger als die halbe Halsschildlänge unter dem Halsschild hervor, beim Weibchen nur um etwa 1 mm. Auffällig sind die langen Beine sowie die Sohlenlappen der Hinterfüsse. Die Cerci der Männchen weisen eine kräftige Basis auf, an der ein ausgesprochen langer, nach unten gerichteter Innenzahn sitzt. Gegen die Enden verschmälern sich die Cerci stark und bilden einen nach innen geknickten Endzahn. Das 10. Tergum des Männchens zeigt von oben betrachtet zwei dreieckige Zipfel. Die Legeröhre des Weibchens ist fast körperlang, an der Basis etwas höher und am Ende nur leicht aufwärts gebogen.
Grössenangaben
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♂ 14-20 mm
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♀ 15-27 mm
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Ovipositor 14-19 mm
Gesang
Der sehr leise, ausschliesslich nachts erzeugte Gesang von Rhacocleis germanica besteht aus ca. 0,5 Sekunden langen Versen, die in mehr oder weniger regelmässigen Abständen aneinandergereiht werden. Manchmal werden die Verse gruppiert aneinandergereiht– nach 2 bis 4 Versen folgt dann über längere Strecken eine etwas längere Pause. Die Verse bestehen aus etwa 15 Silben, wobei die maximale Lautstärke des Verses bereits kurz nach Beginn erreicht wird. Sowohl das Öffnen als auch das Schliessen der Flügel ist lauthaft. Ein Vers klingt wie "pfrfrfrfrfrf". Der Gesang ist sehr leise und nur über wenige Meter hörbar. Im Ultraschall-Detektor lässt sich der Gesang hingegen ausgezeichnet feststellen.
Spontangesang von Rhacocleis germanica - FR, Korsika, Asco, 23°C, Zimmertemperatur, 12.08.2008
Spontangesang von Rhacocleis germanica - FR, Korsika, Asco, 23°C, Zimmertemperatur, 12.08.2008
Einzelner Vers aus dem Spontangesang von Rhacocleis germanica - FR, Korsika, Asco, 23°C, Zimmertemperatur, 12.08.2008
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Rhacocleis germanica ist ostmediterran, reicht aber im Westen über grosse Teile Mittelitaliens und Korsikas bis in die französischen Ausläufer der Meeralpen. Fast der gesamte Balkan wird besiedelt, wobei die nördlichsten Ausläufer über Ungarn und die Slowakei bis ins östliche Mitteleuropa reichen.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Rhacocleis germanica können von Juli bis Oktober und vereinzelt bis in den November beobachtet werden. Sie halten sich in der Vegetation – vor allem in Büschen oder Hecken – auf und sind daher schwer zu finden. Die Art ist vollständig nachtaktiv. Am besten sucht man sie nachts mit einer Stirnlampe. Weibchen findet man oft auf steinigen Wegen, wenn sie auf der Suche nach geeigneten Eiablageplätzen umherwandern. Die Präsenz singender Männchen lässt sich mit einem Ultraschall-Detektor leicht feststellen; ohne Hilfsmittel sind sie jedoch wegen ihres leisen Gesangs kaum hör- und lokalisierbar. Sie singen gerne kopfüber an Seitenästen sitzend, gut versteckt im Gebüsch.
Lebensraum
Gefährdung & Schutz
Rhacocleis germanica wird von der IUCN als Least Concern (LC) eingestuft.
Rote Listen
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CH:Abwesend
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DE:Abwesend
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AT:Abwesend
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Europa:LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Rhacocleis germanica ähnelt verschiedenen Arten unter den Strauchschrecken. Pachytrachis striolatus zeigt bei beiden Geschlechtern auf der Aussenseite der Hinterschenkel ein deutliches Fischgrätenmuster – ein Merkmal, das Rhacocleis germanica fehlt. Die Cerci beider Pachytrachis-Arten sind ungezähnt, lang und schlank sowie leicht einwärtsgebogen. Dagegen sind die Cerci von Antaxius pedestris breit und abgeflacht, mit zwei Innenzähnen versehen. Weibchen sind schwieriger zu unterscheiden: Pachytrachis gracilis ist kontrastreicher gezeichnet, insbesondere am Vorderkörper mit den Halsschild-Seitenlappen. Ihre Subgenitalplatte ist breiter und weist eine grosse, dreieckige Einkerbung mit dornartigen Spitzen an den Lappen auf. Yersinella raymondi ist kleiner und zierlicher; die Cerci der Männchen sind gerade und besitzen keinen Innenzahn. Die Legeröhre der Weibchen ist kürzer und nach oben gebogen. Auf der Balkanhalbinsel kommen weitere Arten der Gattung Rhacocleis vor, die am besten anhand morphologischer Merkmale am Hinterleibsende bestimmt werden können.





























