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Acrotylus patruelis
DE:
Schlanke Ödlandschrecke
EN:
Slender Digging Grasshopper
Slender Burrowing Grasshopper
FR:
L' Oedipode gracile
IT:
Acrotilo slanciato
Morphologie
Unter den Ödlandschrecken Mitteleuropas ist Acrotylus patruelis die kleinste und zierlichste Art. Die Grundfärbung ist grau bis graubraun und weist im Vergleich zu anderen Ödlandschrecken wenig Variabilität auf. Typisch sind drei dunkle Flecken auf der Oberseite der Hinterschenkel sowie die lange, dichte Behaarung an der Körperunterseite und an den Beinen. Der grosse Kopf ist deutlich vom Halsschild abgesetzt und überragt diesen in Seitenansicht deutlich. Hinter dem Kopf ist der Halsschild stark eingeschnürt, am Hinterrand breit abgerundet. Der wenig ausgeprägte Halsschild-Mittelkiel wird vor der Mitte von zwei Querfurchen unterbrochen. Die Antennen sind auffallend lang und schlank. Die schmalen Flügel überragen die Hinterschenkel etwa um deren Hälfte. An der Basis sind die Hinterflügel rosa bis rot gefärbt; eine braune, halbmondförmige Binde grenzt an die rötliche Basis. Gegen die Spitze hin sind die Hinterflügel glasig, wobei nur vereinzelt dunkle Flecken auftreten.
Grössenangaben
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♂ 13-17 mm
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♀ 18-22 mm
Gesang
Wie bei anderen Ödlandschrecken werden bei Kontakten mit Artgenossen leise Schwirrlaute erzeugt. Die Laute von Acrotylus patruelis erinnern im Toncharakter an zankende Haussperlinge (Passer domesticus) und lassen sich so von anderen Ödlandschrecken unterscheiden. Vor der Paarung können die Männchen dabei beobachtet werden, wie sie die Hinterschenkel mal lautlos, mal stimmhaft über die Flügel bewegen. Im Unterschied zu den Oedipoda-Arten werden die Hinterbeine mit angelegten Hinterschienen auch weit vom Körper abgespreizt auf und ab bewegt.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Acrotylus patruelis liegt im Mittelmeerraum und reicht von Portugal im Westen bis an die Schwarzmeerküste im Osten. Die nördliche Verbreitungsgrenze wird am Alpensüdrand erreicht. In der Schweiz wurde die Art 2003 erstmals nachgewiesen. Sie kommt vereinzelt im Südtessin vor. Vermutlich ist die Art von Italien eingeflogen oder sie wurde verschleppt. Ein einmaliger Fund in Deutschland wird auf Verschleppung zurückgeführt.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Acrotylus patruelis treten von Juli bis Oktober auf. Frühere Beobachtungen ausgewachsener Individuen sind auf überwinternde Tiere zurückzuführen.
Wir konnten mehrfach beobachten, wie Weibchen während der Eiablage von zahlreichen Männchen belagert wurden. Diese versuchten sich einen optimalen Platz vor dem Weibchen zu verschaffen, um sich nach der Eiablage zu verpaaren. Die Weibchen wehrten sich mit Fusstritten gegen Paarungsversuche, so dass manche Männchen dabei durch die Luft geschleudert wurden. Im Südtessin beobachteten wir ein Weibchen, das zeitweise von 13 rivalisierenden Männchen umgeben war.
Lebensraum
Gefährdung & Schutz
Acrotylus patruelis wurde bisher in der Schweiz nicht auf eine Gefährdung hin untersucht. Die Beobachtungen seit der Entdeckung 2003 deuten aber darauf hin, dass sich die Art im Tessin etablieren konnte und die Bestände eher leicht zunehmen.
Rote Listen
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CH:NE (Nicht beurteilt)
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DE:Abwesend
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AT:Abwesend
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Europa:LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Acrotylus patruelis kann auf den ersten Blick mit anderen Ödlandschrecken verwechselt werden. Bei dieser Art ist jedoch die deutliche Behaarung der Körperunterseite sowie der Beine auffällig – zudem ist sie deutlich kleiner und schlanker als die Arten der Gattung Oedipoda. Die Oedipoda-Arten weisen einen erhabenen Halsschild-Mittelkiel auf, und der Halsschild-Hinterrand läuft in eine deutliche Spitze aus. Sphingonotus caerulans ist etwas grösser, einheitlicher gefärbt, und ihre Vorderflügel sind mit zwei bis drei Querbinden überzogen. Zudem sind die Hinterflügel von Sphingonotus caerulans blass blau gefärbt. Vorsicht ist im Mittelmeerraum geboten, wo weitere Acrotylus-Arten vorkommen, die sich anhand der Zeichnung bzw. Färbung der Hinterflügel unterscheiden.



























